Diese Seite widme ich meiner Mama..... ![]()
Wenn
die Kraft versiegt,
die Sonne nicht mehr wärmt
und der Schmerz das Lächeln einholt,
dann ist der ewige Frieden eine Erlösung.
Von
allen Erdenleiden erlöst,
ruhst du nun in Frieden.
Dort lebst du unvergessen fort
im Herzen deiner Lieben.
Der Tod
ist wie ein Horizont,
dieser ist nichts anderes,
als die Grenze unserer Wahrnehmung.
Wenn wir um einen Menschen trauern,
freuen sich andere,
ihn hinter der Grenze wiederzusehen

Die
Stunde des Abschieds haben wir vor Augen gehabt.
Das letzte Stück war ein schwerer Weg.
Du hast
gekämpft, und wir standen hilflos daneben.
Unser Herz wollte Dich halten,
unser Verstand musste Dich gehen lassen,
denn Deine Kraft war zu Ende
und Deine Erlösung nach langem Leiden eine Gnade

Wenn
wir dir die Ruhe auch gönnen
ist voller Trauer unser Herz
Dich leiden sehen und nicht helfen können
war unser allergrößter Schmerz
Wenn
jemand geliebtes stirbt,
gewinnt
man einen Schutzengel dazu..
Nicht
alle Schmerzen sind heilbar,
denn manche schleichen sich tiefer ins Herz hinein,
und während die Tage verstreichen, werden sie Stein.
Du lachst und sprichst, als wenn nichts wäre,
sie scheinen geronnen zu Schaum,
doch Du spürst ihre lastende Schwere bis in den Traum.
Der Frühling kommt wieder mit Wärme und Helle,
die Welt wird ein Blumenmeer,
aber in Deinem Herzen ist eine Stelle, die blüht nicht mehr
Mit wem du gelacht hast, wirst du vielleicht vergessen,
mit wem du geweint hast, nie.
Eine kleine Geschichte
von der Traurigkeit
Es war eine kleine Frau, die den staubigen Feldweg entlang
kam. Sie war wohl schon recht alt, doch ihr Gang war leicht, und ihr Lächeln hatte
den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens. Bei einer zusammengekauerten
Gestalt blieb sie stehen und sah hinunter. Sie konnte nicht viel erkennen. Das
Wesen, das da im Staub des Weges saß, schien fast körperlos. Es erinnerte an
eine graue Flanelldecke mit menschlichen Konturen.
Die kleine Frau bückte sich ein wenig und fragte:
"Wer bist du?"
Zwei fast leblose Augen blickten müde auf. "Ich? Ich
bin die Traurigkeit", flüsterte die Stimme stockend und so leise, dass sie
kaum zu hören war.
"Ach, die Traurigkeit!" rief die kleine Frau
erfreut aus, als würde sie eine alte Bekannte begrüßen.
"Du kennst mich?" fragte die Traurigkeit
misstrauisch.
"Natürlich kenne ich dich! Immer wieder einmal hast
du mich ein Stück des Weges begleitet."
"Ja, aber...", argwöhnte die Traurigkeit,
"warum flüchtest du dann nicht vor mir? Hast du denn keine Angst?"
"Warum sollte ich vor dir davonlaufen, meine Liebe?
Du weißt doch selbst nur zu gut, dass du jeden Flüchtigen einholst. Aber, was
ich dich fragen will: Warum siehst du so mutlos aus?"
"Ich... ich bin traurig", antwortete die graue
Gestalt mit brüchiger Stimme.
Die kleine, alte Frau setzte sich zu ihr. "Traurig
bist du also", sagte sie und nickte verständnisvoll mit dem Kopf.
"Erzähl mir doch, was dich bedrückt."
Die Traurigkeit seufzte tief. Sollte ihr diesmal wirklich
jemand zuhören wollen? Wie oft hatte sie sich das schon gewünscht.
"Ach, weißt du", begann sie zögernd und äußerst
verwundert, "es ist so, dass mich einfach niemand mag. Es ist nun mal
meine Bestimmung; unter die Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei
ihnen zu verweilen. Aber wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurück. Sie
fürchten sich vor mir und meiden mich wie die Pest."
Die Traurigkeit schluckte schwer. "Sie haben Sätze
erfunden, mit denen sie mich bannen wollen. Sie sagen: Papperlapapp, das Leben
ist heiter. Und ihr falsches Lachen führt zu Magenkrämpfen und Atemnot. Sie
sagen: Gelobt sei, was hart macht. Und dann bekommen sie Herzschmerzen. Sie
sagen: Man muss sich nur zusammenreißen. Und sie spüren das Reißen in den
Schultern und im Rücken. Sie sagen: Nur Schwächlinge weinen. Und die
aufgestauten Tränen sprengen fast ihre Köpfe. Oder aber sie betäuben sich mit
Alkohol und Drogen, damit sie mich nicht fühlen müssen."
"Oh ja", bestätigte die alte Frau, "solche
Menschen sind mir schon oft begegnet."
Die Traurigkeit sank noch ein wenig mehr in sich zusammen.
"Und dabei will ich den Menschen doch nur helfen. Wenn ich ganz nah bei
ihnen bin, können sie sich selbst begegnen. Ich helfe ihnen, ein Nest zu bauen,
um ihre Wunden zu pflegen. Wer traurig ist, hat eine besonders dünne Haut.
Manches Leid bricht wider auf wie eine schlecht verheilte Wunde, und das tut
sehr weh. Aber nur, wer die Trauer zulässt und all die ungeweinten Tränen
weint, kann seine Wunden wirklich heilen. Doch die Menschen wollen gar nicht,
dass ich ihnen helfe. Statt dessen schminken sie sich ein grelles Lachen über
ihre Narben. Oder sie legen sich einen dicken Panzer der Bitterkeit zu."
Die Traurigkeit schwieg. Ihr Weinen war erst schwach, dann
stärker und schließlich ganz verzweifelt.
Die kleine, alte Frau nahm die zusammengesunkene Gestalt
tröstend in ihre Arme. Wie weich und sanft sie sich anfühlt, dachte sie und
streichelte zärtlich das zitternde Bündel.
"Weine nur, Traurigkeit", flüsterte sie
liebevoll, "ruh dich aus, damit du wieder Kraft sammeln kannst. Du sollst
von nun an nicht mehr alleine wandern. Ich werde dich begleiten, damit die
Mutlosigkeit nicht noch mehr an Macht gewinnt."
Die Traurigkeit hörte auf zu weinen. Sie richtete sich auf
und betrachtete erstaunt ihre neue Gefährtin.
"Aber... aber - wer bist eigentlich du?"
"Ich?" sagte die kleine, alte Frau schmunzelnd,
und dann lächelte sie wieder so unbekümmert wie ein kleines Mädchen. "Ich
bin die Hoffnung."